KURIER
25.01.2012, 15:34 Uhr

Nichts für Sockenbügler - Bembers zu Gast in Bayreuth


Angefangen hat alles bei Youtube – ein langhaariger Rocker schaut in die Fischaugenkamera und erzählt Geschichten, wie sie das Leben schreibt. Und Folgen wie „Bembers will Meddl“ oder „Bembers in der Sauna“ kommen beim Internetpublikum an. Über eine Million Mal wurden die Videos vom Bembers angeklickt. Neben seinen Geschichten macht er mit der Band Masserfaggers auch Musik. Alexander Bauer sprach für x-bay mit Bembers, der am Mittwoch ab 20 Uhr im Zentrum Station macht.

Frage: Zu Beginn erst mal die Frage: Herr Bembers oder nur Bembers?

Bembers: Lieber ist mir nur Bembers – das Herr lassen wir mal lieber weg, sonst habe ich immer das Gefühl, einer will mir irgendwas verkaufen oder eine Versicherung verchecken.

Frage: Du warst schon im Oktober in Bayreuth und hattest einen Auftritt im Becher-Saal. Wie hat es dir hier als bekennendem Bier- und Whiskeytrinker gefallen? Hat das Bier geschmeckt?

Bembers: Bayreuth ist optimal, fränkisch halt. Da erübrigt sich die Frage, ob das Bier geschmeckt hat. Whiskey trinke ich nur in den Bierpausen, das heißt nur so zwischendurch und dann in der Kombination Whiskeycola. Hauptnahrungsmittel ist für mich definitiv das fränkische Bier.

Frage: Bembers ist eine Kunstfigur. Wie bist du auf den Bembers gekommen?

Bembers: Der Name Bembers klingt gut, klingt fränkisch, hat keine Umlaute und war im Internet noch zu haben – fertig! Eine besondere Bedeutung hat der Name für mich nicht, aber wenn jemand irgendwas hineininterpretieren will – was andauernd passiert – bitte schön!

Frage: Wie würdest dich selbst beschreiben?

Bembers: Also privat bin ich dem Bembers eigentlich ziemlich ähnlich. Das macht die Figur vielleicht so authentisch. Sagen wir mal so: Zu sechzig Prozent bin ich der Bembers und die anderen vierzig Prozent sind auch nicht so einfach. Bei mir geht es im Kopf immer rund! 24 Stunden Kreativfeuerwerk!

Frage: Wird abends auch mal die Kuschelrockplatte eingelegt oder geht es bei dir musikalisch immer härter zur Sache?

Bembers: Kuschelrock ist ein beschissener Name. Er ist von diesen schlechten Compilations total versaut. Wollen wir doch lieber den Begriff Rockballaden verwenden. Wenn es darum geht und die Ballade gut ist, zieh’ ich mir das natürlich ab und zu rein. Grundsätzlich brauche ich aber Vollgas Rock ’n’ Roll, damit der Motor läuft.

Frage: Seit einigen Monaten bist du jetzt on the road, wie du gerne sagst. Welche Menschentypen triffst du bei deinen Auftritten?

Bembers: Das Bembers-Publikum ist völlig gemischt – quer durch alle Gesellschafts- und Altersschichten. Da sitzt der Schüler neben der Führungskraft und der Motorrad-Rocker neben dem Bausparer. Mit einem klassischen Anzug habe ich bisher aber keinen entdeckt.

Frage: Wie erklärst du dir den Erfolg, den du mit deinen Videos auf Youtube hast?

Bembers: Es ist glaube ich die Authentizität, die Wahrheit, die Sprache ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die Leute haben die Schnauze voll von hohlem Gelaber, wie es uns die Politiker jeden Tag vorführen. Bembers spricht Klartext, ehrlich und direkt. Und wenn dann noch der Witz mitschwingt, kommt das anscheinend an. Auch wenn es manchmal etwas weh tut.

Foto: red


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