Tim Pargent vom alten Jugendparlament über den Beisitz
Das Jugendparlament würde gerne ein beratendes Mitglied in den Jugendausschuss der Stadt entsenden. Das ist nicht möglich – es sei denn, man setzt sich beim Bayerischen Landtag für eine Gesetzesänderung ein. Würde die Besetzung der Personen, die am Jugendausschuss teilnehmen dürfen, um ein JuPa-Mitglied erweitert, könnte es die Interessen Jugendlicher besser vertreten.
„Dass wir an den Bayerischen Landtag herantreten, um am Jugendausschuss teilnehmen zu können, halte ich für ziemlich weit hergeholt“, erklärt Tim Pargent, Mitglied des alten JuPa. „Wenn das Parlament und seine Interessen dem Oberbürgermeister (OB) und den OB-Kandidaten so wichtig sind, dann sollten sie sich als Politiker dafür einsetzen und das nicht uns Schülern vom JuPa überlassen.“
Von den Alternativen zum Beisitz hält er ebenfalls nicht viel: „Nur den Vorsitzenden einzuladen ist natürlich zu wenig.“ Und auch die Vertretung durch den Stadtjugendring findet bei ihm keinen Beifall: „Die Einflussnahme über den Stadtjugendring haben wir nicht genutzt, da uns zum einen die Professionalität und Initiative gefehlt hat, um einen eigenen Antrag einzubringen und zum anderen, weil der Jugendausschuss einfach zu weit von uns entfernt abgelaufen ist.“ Er findet noch klarere Worte: „Einfach nur einem von uns eine Einladung zum Zuhören zu schicken, kann gut gemeint sein. Das ist aber keine klare Mitbestimmung. Vor allem dann nicht, wenn derjenige nach einer halben Stunde wieder raus geschickt wird, weil nur ein Tagesordnungspunkt existiert.“ Tim weiter: „Wenn man nicht weiß, was so abgeht für Jugendliche – also was gerade entschieden wird – kann man sich auch nicht einmischen oder gar einen eigenen Antrag einbringen.“ Mit nur einer Einladung an den Vorsitzenden sei die Gefahr viel höher, dass das JuPa weiter vor sich hin dümpelt.
Dass es auch anders geht, zeigt Erlangen: Dort nehmen regelmäßig zwei Jugendliche an den Jugendausschüssen teil. Die haben zwar kein Stimmrecht, bekommen vom Ausschuss aber Rederecht: „Wir freuen uns doch, wenn die Jugendlichen mitreden wollen“, so Erlangens Bürgermeisterin Birgitt Aßmus. kap
