Das Graf-Münster-Gymnasium probt für den großen Auftritt im März – x-bay war bei einer Probe dabei
Von Katja Paczynski Wenn ein berühmter Radiojournalist, der sich normalerweise nicht zum Essen einladen lässt, das ausnahmsweise doch tut, ist die Freude groß. Wenn er aber auf der eisglatten Treppe ausrutscht und sich die Hüfte bricht, nimmt das Elend seinen Lauf. Das GMG probt derzeit das Theaterstück „The Man Who Came To Dinner“, das die Schüler im März im Kleinen Haus der Stadthalle aufführen werden.
Auf der Bühne sitzt ein junger Mann mit schicker Weste und Anzugshose – im Rollstuhl. Seine Laune scheint nicht die Beste, brüllt er doch hier und da die Menschen um ihn herum so laut an, dass sein Gesicht rot anläuft. Das ist Sheridan Whiteside, der von Valentin Kärner gespielt wird. Sheridan ist ein erfolgreicher Journalist, der sich nach einem Abendessen bei den Stanleys bei einem Sturz auf der glatten Vordertreppe die Hüfte gebrochen hat. Er hasst es, gefangen zu sein. Er kann die Familie, bei der er nun fest sitzt, nicht leiden und eigentlich kann er nichts und niemanden leiden. Man bekommt das Gefühl, dass er nicht mal sich selbst mag.
Englischlehrer Hans-Dieter Scholz studiert das Stück „The Man Who Came To Dinner“ seit Monaten mit GMG-Schülern verschiedener Altersklassen ein. Seit den Weihnachtsferien üben sie ohne Textzettel. Die Probe beginnt verheißungsvoll: Alle können ihren Text. Valentin spielt seine Rolle gut, sein Englisch ist hervorragend und er scheint in seiner Rolle des missmutigen Sherry, wie Sheridan von seinen Freunden genannt wird, aufzugehen. Die einzige Person, die Sherry einigermaßen mag, ist seine Sekretärin Maggie Cutler.
Whiteside versucht, sich mit seiner Situation im Rollstuhl zu arrangieren: Er nimmt kurzerhand das Zepter im Hause Stanley in die Hand, verbannt die Familie in den Dienstbotentrakt des Hauses, redet der Tochter eine Ehe ein und setzt dem männlichen Spross des Hauses den Floh ins Ohr, dass er ein super Fotograf ist und dringend in die Welt reisen muss – was Sohn und Tochter des Hauses Stanley, zum Leidwesen ihrer Eltern, auch gleich in die Tat um.
Doch dann vergessen einige der Schauspieler immer öfter ihren Text – Englischlehrer und Regisseur Scholz lässt den dritten Akt noch einmal von vorne spielen.
Die Schüler sind motiviert und tragen ihre Kostüme, die teilweise von Scholz Frau genäht wurden. Der Lehrer muss nicht viel sagen – auch dann, wenn vor der Bühne geplappert wird, ziehen die, die gerade mit ihrem Part dran sind, die Probe durch. Valentin nimmt man das Ekel Sherry ab und sein Kumpel Banjo, gespielt von Christopher Bartels, ist nicht weniger authentisch. Er betritt die Probenbühne nach einem penetranten Klingeln an der imaginären Haustür und stürmt, mit Sherrys Krankenschwester auf dem Arm, lärmend auf die Bühne. Im Laufe des dritten Aktes bekommt Sherry einen Sarkophag geschenkt, in den er – mit Banjos Hilfe – die Hollywooddiva Lorraine Sheldon einsperrt. Als der Hausherr sich dann doch überwindet und den herrischen Gast raus schmeißen will, geschieht das nächste Unglück, das den Herrn des Hauses verzweifeln lässt.
INFO Wer wissen will, wie das Stück endet, der kann es sich am 19., 21., 23. und 26. März ab 19 Uhr im Kleinen Haus der Stadthalle anschauen. Die Karten gibt es im Sekretariat des GMG und sind kostenlos.
